Dennis Bodenbinder, Ines Krug, Sven Seeburg, Janina Sachau
© Birgit Hupfeld
„Bunbury - Ernst ist das Leben“
Deutsche Fassung von Elfriede Jelinek nach einer
Oscar Wilde
Premiere: 05. Dezember 2020

Inszenierung: Susanne Lietzow
Bühne: Aurel Lenfert
Kostüme: Marie-Luise Lichtenthal
Komposition: Gilbert Handler
Dramaturgie: Simon Meienreis

Verspüren Sie mal wieder Lust aufs "Bunburysieren"? Möchten Sie es vielleicht ausprobieren? Dafür benötigen Sie nicht mehr als einen Landsitz und eine Wohnung in der Stadt, Wertpapiere und mehrere Bedienstete sowie eine Neigung zu Gurkensandwiches und Champagner. Freilich sollten Sie sich dazu als Mann definieren und keine Berührungsängste mit der Mode der Dandys, Bonmots und gepflegter Langeweile haben. Mit "The Importance of Being Earnest", so der Titel seiner 1895 uraufgeführten Komödie, schuf Oscar Wilde eines der berühmtesten Wortspiele der Literaturgeschichte. Es handelt sich gleichzeitig um eines der wenigen, die auf Deutsch wie auf Englisch wirken. Dabei ist klar: Ernst heißen wollen hier sowohl Algernon wie Jack, zwei Lebemänner mit Hang zum Vergnüglichen, ernst bleiben kann auf Dauer aber niemand. Der Londoner Algernon hat einen kranken Freund Bunbury und damit eine gute Ausrede erdichtet, um Zeit zur Erholung vom Nichtstun außerhalb der Stadt zu verbringen. Jack, der mit seinem Mündel Cecily und Hauspersonal auf dem Land wohnt, besucht wiederum regelmäßig seinen ebenso nichtsnutzigen wie frei erfundenen Bruder Ernst in der Stadt. Pikanterweise haben sich sowohl Cecily als auch Algernons Cousine Gwendolen in den Kopf gesetzt, dass sie ihr Lebensglück nur an der Seite eines Mannes ausgerechnet mit dem Namen Ernst finden können. Als Algernon plötzlich in der Rolle von Jacks Bruder Ernst auf dem Landsitz erscheint, ist die Verwirrung komplett und das doppelte Doppelspiel in ernsthafter Gefahr.

Mit Wortwitz, messerscharfen Pointen und klug konstruierten Verwicklungen schafft es Oscar Wilde, der Dekadenz der Ladies and Gentlemen seiner Zeit ein literarisches Denkmal zu setzen, das er gleichzeitig ins Lächerliche zieht. Seine Protagonisten sind Abziehbilder, die sich gegenseitig hochkomische sprachliche Steilvorlagen geben und sie geschickt zu versenken wissen. Dabei kann man sich weder der Faszination für die Figuren noch der Sympathie für sie entziehen. Eben daran zeigt sich die Einzigartigkeit des 1854 in Dublin geborenen und 1900 verarmt in Paris gestorbenen Schriftstellers: seine Fähigkeit, feinsinnig und wirkungsvoll "auszuteilen", und doch den Menschen mit Wärme und Toleranz zu porträtieren.
(Theater und Philharmonie Essen)

Gefördert vom Freundeskreis Theater und Philharmonie Essen e. V.


Termine & Bestellung

Sonntag,
12.12.2021
Grillo Theater, Essen  |  19.00 Uhr - 21.00 Uhr
Bunbury - Ernst ist das Leben
Schauspiel  Oscar Wilde
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Freitag,
31.12.2021
Grillo Theater, Essen  |  19.00 Uhr - 21.00 Uhr
Bunbury - Ernst ist das Leben
Schauspiel  Oscar Wilde
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Mittwoch,
12.01.2022
Grillo Theater, Essen  |  19.30 Uhr - 21.30 Uhr
Bunbury - Ernst ist das Leben
Schauspiel  Oscar Wilde
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