Violetta Valéry (Liana Aleksanyan) und Ensemble
© Jörg Landsberg
„La Traviata“
Oper
Giuseppe Verdi (1813-1901)
Premiere am 5. Mai 2012

Libretto: Francesco Maria Piave
Literarische Vorlage: "Kameliendame" ("La dame aux camélias") von Alexandre Dumas d. J.

Uraufführung: 6. März 1853 am Teatro La Fenice in Venedig,

Personen
Violetta Valery (Sopran), Flora Bervoix, Freundin von Violetta (Mezzosopran); Annina, Dienerin und Vertraute Violettas (Sopran); Alfredo Germont, Geliebter Violettas (Tenor); Giorgio Germont, sein Vater (Bariton); Gastone, Bekannter von Violetta und Alfredo (Tenor); Barone Douphol, Bekannter Violettas, auch ihr Verehrer (Bariton); Marchese d'Obigny, Bekannter Violettas (Bass); Dottore Grenvil, Violettas Arzt (Bass); Giuseppe, Violettas Diener (Tenor); Ein Diener Floras (Bass); Ein Dienstmann (Bass); Freunde Violettas und Floras, Stierkämpfer, Zigeuner, Maskierte u. a. (Chor).

Ort und Zeit der Handlung
Paris und Umgebung, Oktober 1850 bis Februar 1851

Inhalt
1. Akt
Bei einer Feier in ihrem Salon wird Violetta Valéry dem attraktiven jungen Alfredo Germont vorgestellt. Ihr aktueller Begleiter, Baron Douphol, unterhält die Gesellschaft mit einem temperamentvollen Trinklied auf die Liebe. Als Violetta sich nach einem Hustenanfall zurückziehen muss, tritt Alfredo zu ihr und erklärt ihr seine selbstlose Liebe. Von solchen Gefühlen überrascht, ist die Halbweltdame zwar ergriffen, weist ihn aber zurück, da sie nicht imstande wäre, mit solchen Gefühlen umzugehen. Doch auf sein Drängen gestattet sie ihm wiederzukommen, wenn die Kamelie, die sie ihm überreicht, verwelkt ist. Nachdem sich die Gäste verabschieden haben, schwelgt Violetta in der Vorstellung der gegenseitigen Hingabe, verdrängt sie schließlich mit einem Lobgesang auf den Genuss.

2. Akt
1. Bild: Drei Monate später leben Violetta und Alfredo auf einem Landgut außerhalb von Paris. Um die Kosten für den Haushalt bestreiten zu können, hat Violetta ihr ganzes Eigentum verkauft. Das beschämt Alfredo und er fährt sogleich nach Paris, um Geld zu beschaffen. In dieser Zeit besucht Alfredos Vater, Giorgio Germont, Violetta, um die Beendigung des Liebesverhältnisses zu fordern. Der angesehene Verlobte seiner Tochter will von der Verlobung zurücktreten, aufgrund ihres leichten Vorlebens. Der Vater ist von den aufrechten Gefühlen und der Anständigkeit Violettas beeindruckt, besteht aber auf der Trennung. Da Violetta an Tuberkulose erkrankt ist und bald sterben wird, willigt sie in eine Trennung ein.
Bei Alfredos Rückkehr gesteht sie ihm erneut ihre Liebe, verlässt ihn dann mit einer Kutsche und hinterlässt ihm nur ein Abschiedsbrief. Sie deutet darin an, dass sie zu ihrem alten Leben zurückkehren will. Auf die Bitte seines Vaters, nach Hause zurückzukehren, geht Alfredo nicht ein. Alfredo findet eine Einladung zu einem Fest bei Flora Bervoix, der Freundin von Violetta. Dorthin macht er sich voller Eifersucht und Verzweiflung auf.
2. Bild: Auf dem Ball unterhalten als Zigeunerinnen und Stierkämpfer verkleidete Gäste die anderen mit Tanz und Gesang. Violetta erscheint am Arm von Baron Douphol und auch Alfredo kommt. Er beginnt Karten zu spielen, ignoriert Violetta, lässt aber zunehmend bösartige Bemerkungen über Violetta fallen. Als die übrigen Gäste zu Tisch gehen, fleht Violetta Alfredo an zu gehen. Doch er will nur mit ihr zusammen das Fest verlassen. Sie weigert sich, da sie sich an das seinem Vater gegebene Versprechen hält. Doch Alfredo denkt, sie liebe den Baron und voller Eifersucht wirft er ihr das gewonnene Geld vor die Füße. Die zurückgekehrten Gäste sind empört, Violetta fällt voller Schmach in Ohnmacht und Douphol, bereits von den vorherigen Bemerkungen erbost, fordert ihn zum Duell.

3. Akt
Der Zustand Violettas hat sich stark verschlechtert und sie hat nur noch wenige Stunden zu leben. In einem Brief berichtet Georgio Germont, dass Alfredo ins Ausland fliehen muss, da er den Baron im Duell verwundet hat. Beschämt über seine frühere Prinzipienreiterei und den dadurch entstandenen Kummer hat der Vater seinen Sohn über das Opfer, das Violetta auf sein Drängen hin gebracht hat, aufgeklärt. Alfredo erscheint daher reumütig bei seiner Geliebten und sinkt in ihre Arme. Violetta vergisst ihre Krankheit für kurze Zeit durch den Anblick Alfredos, dem durch das Fenster dringend fröhlichen Lärm und Gesang und all den Plänen für eine glückliche Zukunft. Doch ihr fehlt die Kraft sich zu erheben. Auch Vater Germont erscheint und gibt der Liebe seinen Segen. Violetta schenkt Alfredo ein Medaillon mit ihrem Bild zur Erinnerung und bittet ihn, sich ein neues Glück zu suchen. Alfredo bekennt ihr seine Liebe und Violetta fühlt ihre alten Kräfte zurückkommen. Doch schließlich sinkt sie in die Kissen und stirbt.
(Sigrid Riemer für die Theatergemeinde Essen)


Es tut mir leid, Dir eine schmerzliche Nachricht geben zu müssen, aber ich kann Dir die Wahrheit nicht verhehlen. Die Traviata hat Fiasko gemacht. Forschen wir nicht nach den Ursachen. Es ist so. Addio, addio."
So schrieb Giuseppe Verdi am 7. Mai 1853, dem Morgen nach der misslungenen Uraufführung seiner jüngsten Oper am Teatro La Fenice in Venedig, an seinen Verleger Ricordi. Erst ein Jahr später, in derselben Stadt an einem anderen Theater, begann die fast unveränderte "La Traviata" ihre beispiellose Erfolgsgeschichte, die sie nach allen Statistiken zur beliebtesten Oper Verdis macht, gar in manchen Ländern zur meist aufgeführten Oper generell. Und auch Verdi selbst konnte einige Zeit später auf die Frage, welches seiner eigenen Werke er am meisten schätze, antworten: "Als Profi halte ich ‚Rigoletto' für meine beste Arbeit, als Liebhaber aber ‚La Traviata'."
Der Titel, der moralisierend "die vom rechten Wege Abgeirrte" meint, ersetzte den eigentlich vorgesehenen Titel "Amore e morte", also "Liebe und Tod"; erstaunlicherweise war nie daran gedacht, mit dem Namen der originalen Romanvorlage zu operieren, also "Die Kameliendame" von Alexandre Dumas, einer halb biographischen Erinnerung an dessen Beziehung zu der Demi-Mondaine Marie Duplessis, die im Roman zu Marguerite Gautier und Armand Duval wurden. Selbst in Frankreich wurde die Oper zunächst als "Violetta" heimisch. Es ist das einzige Werk, in dem sich Verdi einem Stoff aus der unmittelbaren Vergangenheit zuwendet und nicht tief in den historischen Fundus greift. Statt eine Königin in die Tragödie zu stürzen, lässt er das Publikum mit einer Kurtisane leiden, statt Mordlust und Rache bahnt die damals unheilbare Tuberkulose dem Tod den Weg. Mit dieser Handlung ebenso wie mit der fast schon filmischen Dramaturgie schuf Verdi hier ein weit über seine Zeit hinausweisendes Bühnenstück.
(Aalto-Theater Essen)

Musikalische Leitung: Stefan Soltesz, Volker Perplies
Inszenierung: Josef Ernst Köpplinger
Bühne: Johannes Leiacker
Kostüme: Alfred Mayerhofer
Choreinstudierung: Alexander Eberle

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